Training unter Ablenkung

Wir haben einen Ausflug in den Wildpark genutzt, um unter Ablenkung durch Wildtiere zu üben. Es war für mich ein sehr informativer Tag, da ich so die sehr unterschiedlichen Reaktionen auf die einzelnen heimischen Wildarten an einem Tag testen konnte.

Das kann ich sehr empfehlen. Es gibt bestimmt auch in eurer Nähe Wildparks, die das Mitbringen von Hunden erlauben. Und wenn ihr dann noch eine Gruppe zusammenstellt von Gleichgesinnten, macht es doppelt so viel Spass.

So konnte ich für Shannon feststellen, dass sie verstärkt auf Marderartige  und  Kaninchen mit Aufregung und dem Willen zum Nachsetzen reagiert. Das wurde beim Apportieren vor den Gehegen und beim Mantrailing deutlich. Hingegen machte ihr das Apportieren vor Wildschweinen und Hirschen keine Probleme.

Jetzt weiß ich, woran ich verstärkt üben muss. Wieder ein Schritt weiter in Richtung Teamarbeit und Freilauf.

Liebe Grüße

Janni

P.S. Hätte gern mal gewusst, was der Hirsch so dabei dachte:)?

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Rückruf – Neu aufgebaut

Shannon im Anflug

Ja- ich fliege 🙂 so wär es nett.

Jetzt müssen wir uns ein Thema erarbeiten, das mir sehr am Herzen liegt.

Da ich ja eine „Fernaufklärerin“ als Begleiterin habe, gibt es nur zwei Möglichkeiten zum Glück. Entweder wir bleiben bei der Schleppleine oder wir müssen den Rückruf neu aufbauen, der nur teilweise zuverlässig klappt. Was gleichzusetzen ist mit unzuverlässig.

Ich höre oft und ganz besonders gern, dass ein Hund/Jagdhund frei laufen sollte. Das ist ein sehr schöner Gedanke. Und ich bin sicher, dass es auf viele Teams zutrifft. Die Frage ist, in welchen Gebieten und grundsätzlich unter welchen Umständen, kann ich einen Hund mit großem Radius perfekt kontrollieren. Bringt mein Hund keine Radfahrer oder Kinder zu Sturz? Wir haben auch eine Verantwortung für andere Mitmenschen mit ihren Bedürfnissen und in der Brut-und Setzzeit ganz besonders für das Wild in Feld und Wald.  Es gehört Toleranz und Verständnis für alle Gruppen in unserem Lebensraum, um ein gesundes und glückliches Miteinander zu leben.

Bei einem der letzten Trainings konnte ich erkennen, dass ich mehr erreiche und schneller Erfolge erziele, wenn ich das Einüben neuer Befehle sehr forsch durchsetze. Kuschelkurs kommt dann im Anschluss. Erst muss meine Maus verstanden haben, was ich will- naja das weiß sie schon- aber was bei uns bisher unüblich war, dass ich dies einfordere. Ohne wenn und aber.

So sind für den neuen Rückruf die bisherigen Hundepfeifen tabu. Ich habe jetzt eine Schiedsrichterpfeife- sie klingt untypisch für Hundewiesen und auch für meinen Hund. Diesen Pfiff baue ich in der Wohnung auf – im Nahbereich. Er kommt anfangs selten und völlig unerwartet. Und wird mit einem Jackpot belohnt. Bei uns sind das zur Zeit selbstgebackene Hundekekse. Die gibt es nur bei dieser Übung.

Diesen Aufbau kennt man vielleicht schon von anderen Befehlen. Für uns ist es nicht nur wichtig, dass sie zu mir zurückkommt. Für uns bedeutet es quasi eine Lebensversicherung. In der Freizeit wie auch später bei der Jagd.

Nachdem der häusliche Aufbau funktioniert, packe ich die Kekse sehr auffällig ein und es geht nach draussen. Sie bleibt weiterhin an der Schleppleine hier in der Stadt.

Inzwischen interessiert sie sich nur mit einem kurzen Blick für die tollen Ablenkungen am Wegesrand. Dann bin ich wieder in ihrem Blickfeld. Sie bittet quasi um den Rückpfiff. Bitte..Kekse:) und Lob, Lob, Lob.

Tschüss Janni

Unser Training- Neuer Aufbau des Apports

Ostern 005

Neuer Aufbau des Apports

Nachdem Shannon nicht mehr zuverlässig apportierte, mussten wir unser Training neu aufbauen.

So begannen wir mit der Einführung eines neuen Befehls „Fest“ , den wir erst einmal in der Wohnung eintrainierten. Das hat schnell gut geklappt, so dass ich dann mit ihr an der Schleppleine im Freien weitergeübt habe. Die Übung hat bei ihr wieder ein freudiges Zurückbringen ausgelöst, was für mich ein schönes Gefühl war, ein gemeinsames vertrautes Spiel zu haben. Es wäre für mich nicht leicht gewesen, lange mit ihr etwas zu trainieren, was ihr unangenehm gewesen wäre. Jedenfalls zu Beginn des Neuaufbautrainings.

Was ich allerdings bei diesem Neuaufbau festgestellt habe ist, dass es manchmal auch für Shannon wichtig ist, dass ich mich bei ihr durchzusetze, damit wir gemeinsam etwas Neues kennenlernen und uns weiterzuentwickeln können. Das ist zwar jetzt nichts Neues, aber ich entwickle ein anderes Verständnis für die Erziehung meines Setters. Was bedeutet, dass ich die Hürde des “ Das macht ihr grad keine Freude, sie wirkt verschüchtert oder gar ängstlich“ überwinden muss, damit wir gemeinsam etwas Neues erleben können. Und wie ich beim Neuaufbau des Apportierens sehen konnte, hat es zu einem riesigen Fortschritt in unserer Teamarbeit geführt. Und auch zu mehr Selbstbewusstsein bei meinem „Irischen Trotzkopf“, die mit riesigem Elan und immer neuen Apporteln im Galopp arbeitet.

Ostern 004

Jetzt gilt es noch ein anderes Problemchen zu lösen. Die Frei-Verloren-Suche.

Was hier gut klappt ist die Suche und das Bringen auf Freiflächen. Doch sobald es in Waldgebiete geht, kommt sie nicht auf dem Hinweg zurück. Sie sucht sich einen netten Rückweg, gern einen befestigten Waldweg, um zu mir zurückzukommen. Das führt immer zur Belustigung bei den anderen Kursteilnehmer, ist aber nicht Sinn der Sache.

So werde ich wohl eine Zeit lang mit der Schleppleine meine Kleine begleiten und streng korrigieren müssen. Das ist es mir wert.

Ich kann sagen, dass ich durch unsere Trainings ein neues Verständnis für meinen Hund  entwickelt habe. Bei der Erziehung meiner anderen Roten, hatte ich mehr auf „Wattebauschtrainings“ Wert gelegt. Ich habe jetzt ein anderes Verständnis von Training und Zielerreichung bekommen. Meine Shannon braucht zu Beginn des Eintrainierens eines neuen Kommandos Strenge und Durchsetzung, damit wir später beide zusammen viel Spaß haben.

Ob das für jeden Roten zutrifft, kann ich nicht sagen. Aber uns bringt es zum Erfolg.

Wir wünschen Euch eine tolle Zeit mit euren Hunden.

Bis bald liebe Grüße

Janni mit Shannon

Vor der Jagd

Es gab eine Zeit, in der ich dachte, och- Beschäftigung und Antijagdtraining ist die Lösung.

  • Wir haben Bällchenspiele als Ablenkung vor den Kaninchen zelebriert. Mit sehr viel Erfolg. Bis wir dann bei einem Training erfuhren, dass dies den „Jagdtrieb“ verstärkt. Also haben wir das wieder abtrainiert. Und schlau wie die Setter sind, hat sie es auch sofort kapiert. Streber halt oder Willing to please.
  • Nun kam uns das Mantrailing sehr entgegen. Der Hund sucht und ist an der Leine. Wie genial. Und nach wie vor finde ich es eine sehr gute Alternative, bis der verlässliche Rückruf oder ein Stopp eintrainiert ist. Bei diesem Hundesport gibt es ausreichend private Hundegrüppchen oder Hundeschulen, die es anbieten.
  • Unsere nächste Stufe war das 1. Training bei einer Jägerin. Nach einer Einzelstunde, in der wir das Apportieren geübt hatten- was sich als sehr hilfreich vor dem Gruppentraining erwies- ging es in die Gruppe. die Training fanden in großen Parks oder waldähnlichen Gebieten statt. Zur ersten Stunde konnte ich mir nicht vorstellen, meinen in sehr großen Zirkeln kreisenden Setter Voran-zu-schicken. Aber nach kurzer Zeit sah ich meine Maus erst auf einer Fährte und dann nach dem Frei-verloren-Suchen mit dem Dummy wieder zurückkommen. Ein kleines Wunder. Und ein riesiges Dankeschön an unsere Trainerin:)  Es brauchte eine Menge Mut und Vertrauen sich auf diesen Schritt einzulassen. Wir haben es gewagt und davon profitiert.
  • Weiter ging`s mit Wassertraining. Wir als Nichtjägerteam unter Jägern. Und es begann wie es wohl viele kennen. Du musst als Anfänger erst mal vormachen, was ihr könnt. Und? Natürlich ging es voll daneben: Mein Hund spielte erfolgreich: „Hilfe, ich kann nicht schwimmen und apportieren auch nicht“ . Dass sie als Elbratte bekannt ist und sehr wohl apportieren kann- s.o.- hätte ich in dem Moment gern dokumentiert vorlegen wollen. Aber so geht es ja nicht nur uns. Und der Jagdhundetrainer hat uns dann beim nächsten Durchgang unterstützt. Man kann es sich bestimmt schon denken: Mäuschen schwamm durch Fließgewässer, suchte im Schilf usw. . Schön war die Bemerkung einer der Teilnehmer: „Das war eine Leistungssteigerung von 200%.“  Sie sprach mir aus der Seele:)  Und wir beide waren so richtig stolz auf uns und platt nach diesem  Erfolg.          Ein riesiges Merci an unseren Trainer:)

Jetzt jagen wir zusammen durch`s Leben – Teamentwicklungsprozess –

Warum dieser Blog?

Nach vielen Jahren mit Irish Setter und nach vielen Irrwegen und genauso vielen Mißverständnissen zwischen ihnen und mir, haben wir jetzt unseren Weg gefunden, ein Team zu sein.

Dieser Weg beginnt für uns gerade und ist vielleicht für den einen oder anderen eine Richtungsweisung für den Umgang mit dem Begleiter mit Jagdblut einen neuen Weg zu gehen.

Wie wahrscheinlich viele von Euch, habe ich schon diverse Trainingsprogramme durchlaufen und sehr viele Hundesportarten ausprobiert.

Das eine oder andere hat eine Zeit lang gut gepasst. Dann kam die Routine und meine Setterin hat sich gelangweilt und sich manchmal auch sich geweigert mitzumachen.

Was tun? Eine neue Beschäftigung musste her! Was bietet der Markt?  Vieles!

Und so fing es an:

  • das erste Training bei einer Jägerin ( Dummy- und Fährtentraining, und viele Gespräche zum Thema     Vertrauensbildung ins Team, Jagdhund und Jagd)
  •  darauf folgte Einzeltraining bei einer weiteren  Jägerin (Vertrauensbildung ins Team, Einzelst. Rückruf..)
  • und zu guter Letzt folgten Einzelstd. und diverse Seminare bei einer Jagdhundeschule. (Wasserseminar, Vorstehen)

UND DANN FIEL DER GROSCHEN

Mein Jagdhund möchte Jagdhund sein!!!!!!!!!!!!!!!!

Hier in diesem Blog möchte ich Euch von unserer Entwicklung berichten.

Es werden in unregelmäßigen Abständen Berichte erfolgen. Immer dann, wenn sich bei uns was tut.

Diese Ereignisberichte stelle ich mit der Absicht ein, denjenigen einen möglichen Weg aufzuzeigen, die sich in der Situation befinden, in der ich mich eine Zeit lang befand.

Also- s.o.

„Jeder Jeck is anders“ daher gibt es keinen allgemeinen Gültigkeitsanspruch.

Ich habe auch nicht die „Weisheit mit Löffeln gefuttert“.

Lest einfach und ich freue mich über Euren Erfahrungsaustausch.

Alles Liebe bis zum nächsten Eintrag.

Janni