Rückruf – Neu aufgebaut

Shannon im Anflug

Ja- ich fliege 🙂 so wär es nett.

Jetzt müssen wir uns ein Thema erarbeiten, das mir sehr am Herzen liegt.

Da ich ja eine „Fernaufklärerin“ als Begleiterin habe, gibt es nur zwei Möglichkeiten zum Glück. Entweder wir bleiben bei der Schleppleine oder wir müssen den Rückruf neu aufbauen, der nur teilweise zuverlässig klappt. Was gleichzusetzen ist mit unzuverlässig.

Ich höre oft und ganz besonders gern, dass ein Hund/Jagdhund frei laufen sollte. Das ist ein sehr schöner Gedanke. Und ich bin sicher, dass es auf viele Teams zutrifft. Die Frage ist, in welchen Gebieten und grundsätzlich unter welchen Umständen, kann ich einen Hund mit großem Radius perfekt kontrollieren. Bringt mein Hund keine Radfahrer oder Kinder zu Sturz? Wir haben auch eine Verantwortung für andere Mitmenschen mit ihren Bedürfnissen und in der Brut-und Setzzeit ganz besonders für das Wild in Feld und Wald.  Es gehört Toleranz und Verständnis für alle Gruppen in unserem Lebensraum, um ein gesundes und glückliches Miteinander zu leben.

Bei einem der letzten Trainings konnte ich erkennen, dass ich mehr erreiche und schneller Erfolge erziele, wenn ich das Einüben neuer Befehle sehr forsch durchsetze. Kuschelkurs kommt dann im Anschluss. Erst muss meine Maus verstanden haben, was ich will- naja das weiß sie schon- aber was bei uns bisher unüblich war, dass ich dies einfordere. Ohne wenn und aber.

So sind für den neuen Rückruf die bisherigen Hundepfeifen tabu. Ich habe jetzt eine Schiedsrichterpfeife- sie klingt untypisch für Hundewiesen und auch für meinen Hund. Diesen Pfiff baue ich in der Wohnung auf – im Nahbereich. Er kommt anfangs selten und völlig unerwartet. Und wird mit einem Jackpot belohnt. Bei uns sind das zur Zeit selbstgebackene Hundekekse. Die gibt es nur bei dieser Übung.

Diesen Aufbau kennt man vielleicht schon von anderen Befehlen. Für uns ist es nicht nur wichtig, dass sie zu mir zurückkommt. Für uns bedeutet es quasi eine Lebensversicherung. In der Freizeit wie auch später bei der Jagd.

Nachdem der häusliche Aufbau funktioniert, packe ich die Kekse sehr auffällig ein und es geht nach draussen. Sie bleibt weiterhin an der Schleppleine hier in der Stadt.

Inzwischen interessiert sie sich nur mit einem kurzen Blick für die tollen Ablenkungen am Wegesrand. Dann bin ich wieder in ihrem Blickfeld. Sie bittet quasi um den Rückpfiff. Bitte..Kekse:) und Lob, Lob, Lob.

Tschüss Janni

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Unser Training- Neuer Aufbau des Apports

Ostern 005

Neuer Aufbau des Apports

Nachdem Shannon nicht mehr zuverlässig apportierte, mussten wir unser Training neu aufbauen.

So begannen wir mit der Einführung eines neuen Befehls „Fest“ , den wir erst einmal in der Wohnung eintrainierten. Das hat schnell gut geklappt, so dass ich dann mit ihr an der Schleppleine im Freien weitergeübt habe. Die Übung hat bei ihr wieder ein freudiges Zurückbringen ausgelöst, was für mich ein schönes Gefühl war, ein gemeinsames vertrautes Spiel zu haben. Es wäre für mich nicht leicht gewesen, lange mit ihr etwas zu trainieren, was ihr unangenehm gewesen wäre. Jedenfalls zu Beginn des Neuaufbautrainings.

Was ich allerdings bei diesem Neuaufbau festgestellt habe ist, dass es manchmal auch für Shannon wichtig ist, dass ich mich bei ihr durchzusetze, damit wir gemeinsam etwas Neues kennenlernen und uns weiterzuentwickeln können. Das ist zwar jetzt nichts Neues, aber ich entwickle ein anderes Verständnis für die Erziehung meines Setters. Was bedeutet, dass ich die Hürde des “ Das macht ihr grad keine Freude, sie wirkt verschüchtert oder gar ängstlich“ überwinden muss, damit wir gemeinsam etwas Neues erleben können. Und wie ich beim Neuaufbau des Apportierens sehen konnte, hat es zu einem riesigen Fortschritt in unserer Teamarbeit geführt. Und auch zu mehr Selbstbewusstsein bei meinem „Irischen Trotzkopf“, die mit riesigem Elan und immer neuen Apporteln im Galopp arbeitet.

Ostern 004

Jetzt gilt es noch ein anderes Problemchen zu lösen. Die Frei-Verloren-Suche.

Was hier gut klappt ist die Suche und das Bringen auf Freiflächen. Doch sobald es in Waldgebiete geht, kommt sie nicht auf dem Hinweg zurück. Sie sucht sich einen netten Rückweg, gern einen befestigten Waldweg, um zu mir zurückzukommen. Das führt immer zur Belustigung bei den anderen Kursteilnehmer, ist aber nicht Sinn der Sache.

So werde ich wohl eine Zeit lang mit der Schleppleine meine Kleine begleiten und streng korrigieren müssen. Das ist es mir wert.

Ich kann sagen, dass ich durch unsere Trainings ein neues Verständnis für meinen Hund  entwickelt habe. Bei der Erziehung meiner anderen Roten, hatte ich mehr auf „Wattebauschtrainings“ Wert gelegt. Ich habe jetzt ein anderes Verständnis von Training und Zielerreichung bekommen. Meine Shannon braucht zu Beginn des Eintrainierens eines neuen Kommandos Strenge und Durchsetzung, damit wir später beide zusammen viel Spaß haben.

Ob das für jeden Roten zutrifft, kann ich nicht sagen. Aber uns bringt es zum Erfolg.

Wir wünschen Euch eine tolle Zeit mit euren Hunden.

Bis bald liebe Grüße

Janni mit Shannon